» Oxford University

 

Marlene S.

 

"Insgesamt bin ich für ein Studienjahr in Oxford. Das Jahr in Oxford gliedert sich in drei Trimester, d.h. jeweils 8 Wochen Uni mit 6 Wochen Ferien im Wechsel.

 

Ich bin in Oxford am Exeter College angesiedelt und habe anfangs im Graduate housing des College gewohnt, bin dann aber ins College in die Stadt umgezogen.

 

Im College darf man in den Ferien nicht wohnen, da die Zimmer dann anderweitig vermietet werden. Also muss man nach 8 Wochen wieder komplett ausziehen, bekommt aber im nächsten Trimester wieder das gleiche Zimmer.

 

Das Studium unterscheidet sich in der Richtung, dass die Betreuung viel intensiver als in Deutschland ist und außerdem wird man als Student auch „wahrgenommen“. Trotz weltbekannter Tutoren ist die Hierarchie Professoren-Studenten nicht so extrem ausgeprägt wie in Deutschland, u.a. werden E-Mails von Dozenten meist sofort beantwortet.

Die Lehre unterscheidet sich dadurch, dass hier neben Vorlesungen und Seminaren hauptsächlich in Tutorials gelehrt wird, d.h. pro Woche hat man eine Stunde „Einzelunterricht“ bei einem Prof., gegebenenfalls ist man auch zu zweit. Für diese Tutorials werden Essays verlangt. Diese müssen teils vorher abgegeben werden und dienen als Grundlage zur Diskussion in Tutorials. Insgesamt ist das Studium wesentlich anstrengender aber auch lehrreicher als in Deutschland. Nach 8 Wochen Uni ist man wahrlich ferienreif, hat aber gleichzeitig auch das Gefühl in „nur“ acht Wochen sehr viel gelernt zu haben.

 

Ausländische Studenten sind hier ziemlich viele, der genaue Prozentsatz ist mir unbekannt. Hervorragendes Englisch sprechen jedoch so ziemlich alle. Deutsche Studenten sind auch vertreten, für die genaue Zahl müsste man Google konsultieren.

 

Neben dem Studium bin ich noch Mitglied in der Psychology Society, dem Radclub und dem Ruderclub meines Colleges. Die Studiengebühren ändern sich hier teils jährlich, im September wurden sie wieder etwas angehoben. Mein Studium hier habe ich durch meine Werkstudententätigkeit und Ferienarbeit im Sommer selbst finanziert.

 

Dadurch, dass das Pfund in den letzten Wochen relativ zum Euro verloren hat, wird die Verpflegung zumindest billiger. Kosten pro Monat sind schwer zu sagen, auch hier denke ich kann Google bzw. das Internet weiterhelfen. Es kommt auch immer darauf an, was man in der Freizeit noch macht. Boatclub zum Beispiel kostet, genauso wie Mitgliedschaften in Societies. Abends in Clubs, Pubs zu gehen kostet ja auch, daher hängen die monatlichen Kosten wohl auch an der Freizeitgestaltung jedes Einzelnen.

 

Leider wird mir mein Studium hier in Oxford an meiner Deutschen Universität nicht angerechnet. Teils muss diese noch prüfen, ob Oxford den Standarten von Erlangen überhaupt entspricht. Trotzdem würde ich auf jeden Fall wieder nach Oxford gehen, die exzellente Lehre lässt über Ferienarbeiten zur Finanzierung, schlechtes regnerisches Wetter und „Marmite“ zum Frühstück doch hinwegsehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Marlene, S."